Löwentanz

Löwentanz in Bad Kreuznach - Ein weiteres Stück asiatischer Kultur beim Kampfkunstverein Cheong Do e.V.

Was ist der Löwentanz und was ist seine Bedeutung?

Der Löwentanz ist ein Teil der alten chinesischen Kultur und wird seit mehreren hundert Jahren praktiziert. Zum ersten Mal belegt ist der Löwentanz während der Han-Dynastie (206 v. Chr. bis 24 n. Chr.) während der Tang-Dynastie (618 n. Chr. bis 906 n. Chr.) wurde er zum festen Bestandteil der chinesischen Kultur.
Im Buddhismus ist der Löwe heilig und ein Wahrzeichen für Mut und Energie.
Der Löwe selbst ist in China ein Fabelwesen, mit der Fähigkeit das Böse zu vertreiben. Die Aufgabe des Löwen ist es, die bösen Geister und Dämonen aus einem Haus zu vertreiben, denn der Löwe stellt die Verbindung zwischen den Menschen und dem Himmel dar.
Daher wird in der Regel ein Löwentanz am chinesischen Neujahrsfest, bei Eröffnungen von Geschäften und Restaurants, Hochzeiten oder Jubiläen vorgeführt. Denn der Löwe ist der Überbringer des Glücks, der Freude und des Wohlstands und er soll schlechte Einflüsse vertreiben und weiterhin Zufriedenheit, Erfolg und Gesundheit bringen.
Begleitet wird der Löwe stets mit einer großen Trommel, einem Instrument ähnlich dem Becken (Zimbels) und Gongs.
Mit diesen Instrumenten werden bestimmte Rhythmen gespielt, die den Löwen bei seinen Bewegungen führen. Die Trommel wird oft auch als das Gebrüll des Löwen bezeichnet. Die Musik für den Löwentanz wird sehr laut gespielt, da auch die Lautstärke die bösen Dämonen vertreiben soll. In Asien sagt man, die Dämonen und Geister fürchten sich vor dieser Art von Musik.
Auf der Stirn des Löwen befindet sich eine spiegelnde Platte, die ein drittes Auge symbolisiert und der Legende nach der Verbannung von allem Bösen dienen soll.
Der Löwe wird häufig durch einen Buddha begleitet und geführt. Es gibt sowohl männliche Buddhas, als auch Weibliche. Am meisten verbreitet ist allerdings der männliche, großköpfige Buddha. Er führt den Löwen durch und über Hindernisse, spielt mit ihm, führt ihn zur Nahrung oder ärgert ihn.
In der westlichen Welt wird der Löwentanz häufig mit dem Drachentanz verwechselt. Benötigt man für den Löwentanz lediglich 2 Personen so sind es beim Drachentanz mindestens 10 Personen die den Drachen führen. 
Der vordere Tänzer beim Löwentanz hält den Kopf mit beiden Händen fest. Mit der linken Hand bedient er den Mund, mit der rechten Hand über eine Schnur die Augenlider und die Ohren. Somit steuert er die Mimik des Löwen und kann diverse Gemütszustände wie z.B. Neugier, Angst, Erstaunen, Wagemut, Erschöpfung u.a. darstellen.
Der hintere Tänzer erfüllt den Körper des Löwen mit Leben und tanzt während der gesamten Vorführung in vorüber gebeugter Körperhaltung und lässt die Bewegungen möglichst harmonisch erscheinen.

 

 

Durch die sehr lange Tradition des Löwentanzes müssen bei Vorführungen eines Löwentanzes gewisse Regeln eingehalten werden.

 
Zu Beginn und am Ende des Tanzes muss der Löwe (sowie auch der Buddha) drei Verbeugungen ausführen:
nach links, für die Gelehrten
nach rechts, für die Kämpfer
zur Mitte, für die Meister und die Lehren (bzw. Zuschauer)
 
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Trifft der Löwe auf Tempellöwen (Statuen), die den Eingang eines Tempels / Gebäudes bewachen, so hat er sich vor ihnen zu verbeugen.
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Vor einem Hausaltar (Hausgötter) hat sich der Löwe ebenfalls dreimal zu verbeugen.
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Auch vor anderen Gottheiten, die nicht direkt mit dem Löwentanz in Verbindung stehen, muss der Löwe Respekt zeigen.
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Gibt es in einem Gebäude oder Wohnung einen kleinen Hausaltar, so muss auch diesem Respekt bezeugt werden. Der Löwe hat sich vor diesem Altar zu verbeugen und entfernt sich stets rückwärtsgehend von diesem. Er darf einer solchen Einrichtung nicht das Hinterteil zukehren.
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Eine sehr ehrwürdige Person oder auch ein Altar wird dreimal gegrüßt.
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Der Löwe geht stets rückwärts aus einem Tempel bzw. aus einem Gebäude hinaus. Er sollte niemals dem Gebäude bzw. einem Altar o.ä. das Hinterteil zukehren, da dies eine Entehrung des Gebäudes bedeuten würde.
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Der Löwe darf sich niemals mit Gewalt Zugang zu Gebäuden, Höfen o.ä. verschaffen. Wenn ihm kein Einlass gewährt wird, so muss er draußen bleiben.
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Der Löwe darf niemals mutwillig Einrichtungsgegenstände in Wohnungen, Tempeln oder sonstigen Gebäuden zerstören.
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Niemals sollten Personen, die beim Löwentanz zuschauen, angegriffen oder beleidigt werden. Auch ihnen soll man Respekt bezeugen.
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Treffen zwei Löwen aufeinander, so müssen sie sich gegenüber respektvoll verhalten. Sie sollten sich nicht beleidigen z. B. durch riechen am Hinterteil des anderen Löwen, Beinheben wie beim Urinieren, etc., da dies eine sehr beleidigende Geste darstellt.
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Der Löwe ist ein Überbringer des Glücks und der Freude. Entsprechend hat er sich zu verhalten.

 

Weitere Regeln (abergläubischer Charakter), die man beim Löwentanz beachten sollte, um Unglück zu vermeiden.

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Vor jedem Auftritt müssen alle Instrumente still sein. Besonders dürfen die zwei Trommelstäbe nicht aneinander geschlagen werden, da dies Krankheit und Unglück über die Löwentanzgruppe bringt. Die Trommelstöcke sollen in der Form eines „T“ auf die Trommel gelegt werden. Das "T" steht für den Gott "Liu Ding 六 丁", welcher Kontrolle über Dämonen hat. Deshalb sagt man, dass die Trommelschläge die Dämonen verjagen können. Kein Instrument darf geschlagen werden, bevor nicht der erste Trommelschlag als das „Gebrüll“ des Löwen und als Führer der Instrumente ertönt.
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Wenn während des Löwentanzes eine streunende Katze oder ein Hund in die Formation läuft, so müssen alle Aktionen sofort stoppen, um den negativen Einfluss und den Schaden zu vermeiden.
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Wenn der Löwe nicht in Gebrauch ist, so muss er stets angemessen aufbewahrt werden.
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Jeder, der einen Todesfall in der Familie hatte und noch nicht über die Zeit der Trauer hinweg ist, sollte nicht an einem Löwentanz teilnehmen.
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Unter keinen Umständen soll ein Löwe unter einer Wäscheleine durchgehen, an der noch Wäsche hängt.
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Vor dem Löwentanz soll kein unerfreuliches und unsinniges Gerede gestattet werden, da dies Schaden bringen kann.
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Wenn ein Löwe ein Gebäude betritt oder verlässt, darf er nicht auf die Türschwelle treten, da dies Unglück über die Gruppe bringt.
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Derjenige, der eine Buddha Maske trägt, um den Löwen zu führen, darf währenddessen nicht sprechen. Deshalb ist in der Maske drin, auf Mund Höhe ein Stoffstück angebracht, worauf während des Tragens der Maske gebissen wird. Auf diese Weise kann man die Maske festhalten und es wird verhindert, dass man spricht.
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Schwangeren Frauen soll es nicht erlaubt sein, irgendeines der Schlaginstrumente, die Waffen oder den Löwenkopf zu berühren.
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Der Löwentanz soll nie auf Beerdigungen und Trauerfeiern vorgeführt werden, auch dürfen die Banner (Fahnen) und Flaggen des Löwentanzteams auf solchen nicht benutzt werden. Nur den Schlaginstrumenten ist dies erlaubt.
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Flaggen, Banner und die ganzen Schlaginstrumente, sowie Waffen oder bewaffnete Begleiter des Löwen dürfen nicht die Haupthalle eines Tempels / Gebäudes betreten.
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Alle Arten von Schaden, Tod, Missgeschicke, Unfälle etc. müssen vor und während der Löwentanzaufführung ausgeschlossen werden.
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Ein alter, zerbrochener Löwenkopf muss richtig „entsorgt“ werden. Indem man ihn mit Weihrauchpapier und einer Zeremonie verbrennt, wird er in den Himmel zurück geschickt.
 
 
 

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